CV

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Geboren 1968 in Babenhausen

Studium der Kunsttherapie (SHB) 2011-2014, Kunst und Kommunikation Ulm

Seit 2021 Studium der Malerei, Akademie für Malerei Berlin, in Berlin

Mitglied der Druckwerkstatt Ulm

Atelier in Kettershausen

Als Erzählerin von Geschichten, arbeitet Alinka Lio Jörg vor allem projektbezogen und konzeptuell. Ihr Interesse gilt den Spuren die sie in der Welt und in sich selbst findet. Spuren, die eine Resonanz zwischen Innen und Außen erzeugen. Die Locard`sche Regel besagt, dass keine Begegnung zwischen zwei Objekten, oder auch Individuen stattfinden kann, ohne dass beide gegenseitig, beim jeweils anderen, Spuren hinterlassen. Für diese Spuren, mögen sich noch so klein oder verborgen sein, interessiert sich die Künstlerin.

Sie sind der Ausgangspunkt für ihre Geschichten. In ihren Geschichten behandelt sie oft transgenerationale Traumata und deren verbliebene Spuren. Sie gibt dem Schweigen, das bis dahin geherrscht hat, eine Stimme und ein Gesicht. Da es nun nicht mehr im Dunkeln ist, kann es gesehen werden. Eine Bewegung nach vorne kann stattfinden. Diese Bewegung greift sie auf , damit die Geschichte weitererzählt werden kann. Vielleicht findet durch diese Bewegung Entwicklung statt, vielleicht Veränderung oder etwas komplett Neues.

Ihre Geschichten erzählt sie in Künstlerbüchern. Dafür entwirft sie kraftvolle und berührende Wesen, die sie in Form von Holz- und Linolschnitten zum Leben erweckt. Das Papier dafür, schöpft sie passend zu den Geschichten meist selbst. Im Dialog mit dem Text, den sie im Handsatz in der Druckwerkstatt Ulm setzt, ergibt sich so eine enge Verbindung, zwischen Text, Bild und Papier.

Die Geschichten, denen sie in der Natur begegnet, werden sehr reduziert, in Skizzen und mit dem Material vor Ort festgehalten. Oft verzichtet die Künstlerin dabei auf Stift oder Pinsel und verwendet nur Materialien, die der Ort bietet, wie z.b. Kohle, Laub, Steine etc.

Ihr Langzeitprojekt „Waiting for the rain“, dass sich aktiv mit dem veränderten Klima und dem zu viel oder zu wenig an Regen auseinandersetzt, erzählt seine Geschichte mit und auf Materialien, die eben diesem Element ausgesetzt waren. Das Projekt hatte seinen Beginn im Juni 2023 und führte über den fehlenden Regen zu einem zuviel an Regen, im Juni 2024. Dies wiederum mündete im Hochwasser 2024, von dem die Künstlerin direkt betroffen war. Von diesem Ereignis entstanden Arbeiten, in denen sie einerseits mit zarten Spuren und andererseits mit dem Material arbeitet, das die ganze Kraft des Wassers und alles was ihm auf dem Weg begegnet ist, in sich trägt.